Die Spendenübergabe, eine Überraschung und der Startschuss für das Projekt Little Sunshine Race 2010

Donnerstag, 5. November 2009

Nachdem das diesjährige Little Sunshine Race bereits Ende Juli ja eigentlich zu Ende ging, hielt es uns nicht davon ab, auch danach noch Spenden zu organisieren.

Am 07.10.2009 war es dann endlich soweit. Andreas, Mani und ich machten uns auf nach München um in der Kinderklinik unsere Spenden zu überreichen. Wie ich schon oft gesagt habe, ist mir die Elterninitiative und die Klinik sehr ans Herz gewachsen, und deshalb war es für mich ein ganz besonderer Tag. Auch, weil noch eine Überraschung angekündigt war.

Nach einer kurzen Runde durch die Station fand dann die Spendenübergabe statt. Durch das Projekt „Little Sunshine Race“ wurde ein Betrag in Höhe von 4685 Euro „erfahren“. Laut Frau Andrae eine stolze Summe, da Erfahrungen zeigen, dass vor allem bei Sportevents normalerweise sehr wenig übrig bleibt.
Unser Little Sunshine Race trägt die Kosten zu 100% selbst und deshalb kann jeder Euro ohne Abzug dorthin gelangen, wo er Sinn macht.

Zur Überraschung aller Beteiligten waren allerdings die 4685 Euro nicht das Ende. Andreas Aust und die Firma Technodata (Gesellschaft für technische Dokumentation mbH) erhöhten als Pate des Little Sunshine Race meine Summe um weitere 2000 Euro. Somit konnte unser Projekt eine Gesamtsumme in Höhe von 6685 Euro übergeben.

Die Spendenübergabe war zugleich der Startschuss für das Projekt „Little Sunshine Race 2010“. Nach dem Erfolg von 2009 ist ein klar: Wir sind auch 2010 wieder für euch da.


Ich bin oft nach meiner Tour gefragt worden, ob ich diesen Betrag erwartet habe, ob ich zufrieden bin mit dem Erfolg.

Viele werden es nicht verstehen, aber die Antwort ist NEIN.

Ich würde lieber noch mehr leiden, als ein Kind in dieser Klinik zu sehen.
Zu wissen, dass der Betrag dringend benötigt wird, um den Kinder überhaupt eine Behandlung zu ermöglichen ist schon hart. Um Ärzte beschäftigen zu können, weil sonst keinen medizinische Betreuung stattfinden kann, ist noch härter.
Die Spende war wichtig und wird sinnvoll verwendet, aber die Höhe ist nur ein Tropfen auf den bekannten, heißen Stein.

Selbst wenn wir 100.000 Euro oder 1 Mio. Euro gespendet hätten, ersetzt es nie ein Kinderleben.
Das soll allerdings nicht die Leistung schmälern, die Sie alle für unser Projekt geleistet haben.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns auch im Jahr 2010 unterstützen und zum Erfolg beitragen.

Vielen Dank
Ihr Heiko Marschollek

Zwischenstand der Spenden

Donnerstag, 6. August 2009

Nachdem viele das Little Sunshine Race mit großem Interesse verfolgten, möchte ich gleich die Gelegenheit nutzen, euch den letzten Zwischenstand der eingegangenen Spenden mitzuteilen.

3205 Euro (Stand 28.07.09) und es geht weiter. 

Epilog

Donnerstag, 6. August 2009

Vor nicht allzu langer Zeit schrieb die Süddeutsche Zeitung folgendes:

Radfahren ist häufig ein Sport für Gekränkte, Gebrochene, Verlierer, für Außenseiter und in Armut Aufgewachsene. Für dürre weiße Jungs ist Radfahren das, was Basketball und Football für muskulöse schwarze Jungs ist – ein Ausweg aus der sozialen Sackgasse. Wohl auch deshalb wird im Radsport mit ausdauernder Schizophrenie gedopt. Und wer setzt sich schon freiwillig sieben Stunden täglich aufs Rad, bis der Hintern blutet?


Zum Teil würde ich diese Aussage auch unterschreiben.
Für viele, die nach dem Sinn des Lebens und dem wahren Ich suchen ist der Radsport ein Lösung. Anders als in verschiedenen anderen Sportarten gibt es kein Verstecken hinter den Teamkameraden. Es gibt keinerlei Ausreden.

Es gibt nur:

Entweder bist du stark genug

oder
Du gibst auf.

Es gibt keine Dazwischen. Und genau hier triffst du eine Entscheidung die dich dein ganzen Leben begleiten wird.
Und genau das ist mir auch passiert. Viele Freunde und Bekannte haben gefragt, ob ich mir das zutraue, ob ich wirklich glaube das durchzustehen.
Aber für mich gab es von Anfang an keinen Zweifel. Man lernt viel mehr an sich zu glauben, in den Momenten wo andere zweifeln.
Auf der gesamten Tour musste ich an meine Grenzen gehen und stellte dabei fest, dass sich jede Grenze verschieben lässt. Man schränkt sich selber ein, ohne zu wissen was man im Stande ist zu leisten. Oft genug, weil andere für dich entscheiden wo deine Grenze ist.
Ich habe meine Grenze sozusagen „erfahren“, aber sie lagen weit weit über denen, die ich glaubte zu kennen.

Wieso sollte man nicht die Erfahrungen mit in das normale Leben nehmen. Wieso sollte aus dem Radsportler nicht ein sozialer Gewinner werden. Man lernt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und ich erkannte, dass ich glücklich bin, so wie es ist. Du lernst ein Ziel zu fokussieren
Wie viele können das schon von sich behaupten?

Viele hielten auch das Vorhaben für mein Little Sunshine Race für einen Scherz. Für etwas das nicht so einfach funktioniert.
Aber wer sagte schon, dass es einfach werden würde.
Was sollte mich daran hindern, etwas von dem ich überzeugt war, zu versuchen.

Umso überraschter war ich, wie sich alles entwickeln sollte.
Jeder der von mir bzw. meinen Helfern und Helfershelfer angesprochen wurde, war bereit sich zu engagieren. Egal ob mit Ratschlägen, Spenden, Sponsoring, Organisation, Material usw.
Das Feedback war gigantisch. Und ich bin stolz ein Teil davon zu sein.

Ich möchte mich bei Allen bedanken die mich unterstützt haben und weiterhin unterstützen. Leider würde es hier den Rahmen sprengen alle aufzuzählen.

Ein besonderes Dankeschön möchte ich an Frau Andrae, Frau Bachl, der gesamten Elterninitiative sowie allen Ärzten, Erziehern, Pflegern der Kinderklinik aussprechen.
Durch einen Einladung der EI konnte ich mir den Ablauf auf Station ansehen und mir persönlich einen Eindruck machen.

Für mich war es ein ganz besonderes und hoffentlich kein einmaliges Erlebnis.
Sie leisten Übermenschliches mit ihrer Arbeit und ich kann ihnen nur größten Respekt zollen.

Chapeau


.PS: Das Little Sunshine Race findet auch 2010 wieder statt. Wir sind schon bei der Planung.

Galerie der Etappen 5 und 6 online

Donnerstag, 23. Juli 2009

Hallo liebe Mitleser,

Nun sind endlich auch die beiden letzten Etappen verfügbar. Viel Spaß beim Betrachten.

>zur Galerieauswahl<

Die Galerie füllt sich

Montag, 20. Juli 2009

Hallo liebe Mitleser,

Nachdem das mit der Bilder-Versorgung während der Tour nicht ganz so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt hatten, werden die Bilder nun Stück für Stück nachgereicht. Die ersten 4 Etappen sind zu diesem Zeitpunkt bereits verfügbar. Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass die Galerie über das jeweilige Tourtagebuch oder über den Etappenplan erreichbar ist. Alternativ kann auch der nachfolgende Link verwendet werden um in die Galerieauswahl zu gelangen.

>zur Galerieauswahl<

Etappe 5 und 6 sind sehr umfangreich und folgen in Kürze.

Und nun viel Spaß mit den Eindrücken der Tour.

Tourtagbuch 17.07.09

Sonntag, 19. Juli 2009

Die letzte Etappe!

Zuerst wieder die Daten zum Abschnitt Visp nach Verbier.

  • Streckenlänge: 109,4 km
  • Fahrzeit: 4:31 h
  • Aufstieg: 1155 m
  • Herzschläge: 37796

Eigentlich war die letzte Etappe als "Triumphfahrt" gedacht,  aber es kam alles anders.


Wie schon im Tourtagebuch des 16.07.09 erwähnt, ist in der Schweiz der Teufel allgegenwärtig.

Und genau so sollte es auch Heute sein.

Gleich nach dem Aufstehen, brauten sich bitter-böse Regenwolken zusammen. Wieder eine Herausforderung für Körper und Geist.

Ca. 15 km nach Visp gings dann auch gleich los mit dem Regen, und dies nicht zu knapp. Aber nach all den Strapazen, ließ ich mich auch nicht durch den Regen aufhalten.

Problematisch wurde nur, dass durch die Nässe und Kälte, dir regelrecht die Kraft aus dem Körper gesaugt wird. Es wurde also nichts aus dem Genießen, sondern harte Arbeit.

Nach ungefähr 2 Stunden im Regen und 65 km in den Beinen wurde es, Gott sein Dank, wieder trocken.

Kurz nach Martigny hatte ich, nach einer Cola und Jackenwechsel, dann die Möglichkeit mich von zwei netten Norwegerinnen mitziehen zu lassen. Für 5 Kilometer (leicht ansteigend) hatte ich nach über 730 km in den Beinen, das erste Mal Windschatten. Doch der Weg bis nach Le Chable, dem Beginn des Aufstieges nach Verbier, zog sich unendlich. Mittlerweile brannten die Lunge und die Oberschenkel. Es waren nur noch 35 km, und jetzt vom Rad abzuteigen hätte ich mir nie verziehen.

Die Gedanken:

  • Steig doch ab.
  • Setzt dich ins Auto und fahr nach Verbier.
  • Du musst das nicht tun.
  • Wenns weh tut hör auf, das bringt doch nichts.

wurden immer lauter, und dann geschah es wieder. Du siehst den Aufstieg nach Verbier und musst einfach dort hinauf.

Die letzte Kurbelumdrehung schmerzte und dann begann wieder das Leben in einer anderen Welt.

Der Aufstieg nach Verbier zur Skistation war wie ein Film. Rechts und Links standen schon die ersten Wohnwagen, die Straßen wurden beschriftet und Leuten feuern dich an.

Mit Dirty Diana auf Repeat + Brille auf dem Helm war ich in meiner eigenen Welt. Es gab keinen körperlichen Schmerz und trotzdem kamen mir kurz die Tränen. Ich war in Gedanken bei zwei Menschen die mich verändert haben und immer in meinem Herzen ihren Platz finden.

Ich werde immer für euch da sein, egal wo ich bin.

In Verbier angekommen, wurde ich von meinem Pa und Mani empfangen. Standesgemäß mit einer Flasche Champanger.(Allerdings frag ich mich immer noch, wo die Podium-Girls waren. Ach ja, von dem Gelben Trikot ganz zu schweigen.)

Danke an das ganze Technodata-Team, die mich immer unterstützt und aufgemuntert haben.

Nach all den Anstrengungen, den Qualen, den Bergen, dem Gegenwind gabs nur einen Wunsch.

Auf`s Rad setzten und wieder zum Fuss des Anstieges runterfahren. Also rauf auf Rad und runter. Ein wahrer Genuss.

Zitat

Pain is temporary. It may last a minute, or an hour, or a day, or a year, but eventually it will subside and something else will take it`s place.

If i quit, however, it lasts forever.

>>> zur Galerie: Etappe 6

Tourtagebuch 16.07.09

Freitag, 17. Juli 2009

Es grüßt der innere Schweinehund.

Obligatorisch für die Zahlenfreunde:

  • Gesamtlänge: 89,5 km
  • Fahrzeit: 3:13 h
  • Aufstieg: 1425 m
  • Herzschläge: 28638

Heute war die "Königsetappe" meiner Tour.  (Andermatt - Visp)

Und wie man in der Schweiz sagt: "Der Teufel ist dein ständiger Begleiter durch die Schweiz, egal wohin du gehst!"

Und ich kann es bestätigen. Er hat es mir gleich mal schön eingeheizt. Zumindest mal besser als Wind und Regen. Laut Radcomputer hatte ich eine Höchsttemperatur von 41° C. Da wird nicht nur die Schweizer Schoki weich.

Heute hatte ich, Gott sei Dank, 5 km Zeit zum Einrollen. Kurz nach Andermatt, bzw. kurz vor dem Aufstieg zum Furka passierte aber folgendes:

Da stand doch wer an der Straße den ich kenne.

1. Gedanke: Kann nicht sein, du musst dich täuschen.

2. Gedanke: Des gibts doch nicht, dass ich jetzt schon zum phantasieren anfange. Es ist zwar heiss, aber die Sauerstoffzufuhr zum Hirn war noch nicht eingeschränkt.

3. Gedanke: Ich halt mal kurz an. Das muss ich mir doch mal genau ansehn.

Mani hat sich extra Urlaub genommen, um mich und meinem Pa auf dem restlichen Weg nach Verbier zu unterstützen. Was für eine Überrachung. Ich hab mich sehr darüber gefreut. Danke Mani.

Nach einer kurzen Pause (nach 5 km dringend nötig :-) ) ging es auf den Furka.

Eigentlich wollte ich den Furka langsam fahren und genießen, doch es kam alles ganz anders.

Mein ganzes Leben für diese Tour hat sich verändert. Ich wollte Leiden, ich brauchte den Schmerz. Du kannst dich nicht mehr dagegen wehren. Dein Tun beschränkte sich wieder auf Atmen und Treten. Die Sucht ist zurück.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl sich die Serpentinen in Richtung Gipfel hochzuschrauben. Und einfach nur überwältigend war die Aussicht vom Furkapass auf 2436 m. Vorallem, wenn man sich bewusst macht, was man zu leisten im Stande ist.

Mir fehlen einfach hier und jetzt die Worte um alle Gefühle in Worte zu fassen.

Vom Furka gings dann in einer tollen Abfahrt in Richtung Visp.

Auf der Abfahrt hab ich dann gleich mal sauber ein Auto stehen lassen. Kann doch ich nichts dafür, wenn der nur mir 55 km/h den Berg runterkriecht. :-)

Leider haben solche Abfahrten in den Serpentinen auch ihren Preis. Die Bremsklötze sind wohl bald fällig. Armin und Achim von Crocodile Cycles wird`s freuen. 

Meine Beine waren trotz der Anstrengungen des Furka so gut, dass auch der in der Abfahrt leicht aufkommende Wind mir nichts mehr anhaben konnte. Der Rest war wie bereits mehrfach erwähnt, reine Formsache.

Selten hab ich mich so auf eine Dusche gefreut.

Also aufgehts zum Regenerieren.

Liebe Grüße an alle Leser

>>> zur Galerie: Etappe 5

Tourtagebuch 15.07.09

Freitag, 17. Juli 2009

2. Ruhetag

Vorerst mal ein allgemeines Lob an die Schweizer Straßenbauer. Ich habe selten so viele gute Straßen vorgefunden wie hier in der Schweiz.

Heute morgen war das Wetter extremst bescheiden. Regen und das nicht zu knapp. Na toll, aber der Wetterbericht kündigt Sonnenschein an. Bin ja mal gespannt. Kurz vor Mittag gings dann auch den St. Gotthard. Nein nicht mit dem Rad sondern mit dem Auto. Dort haben wir und das St. Gotthard Museum und die Wehranlagen auf den Gotthard angesehen.

Sehr faszinierent und auf jeden Fall zu empfehlen. Mittags gab dann mit Spagetthi gleich mal das perfekte Sportleressen. (Das nachmittags gleich mal ne Packung Chips herhalten musste, schreib ich hier vorsichtshalber nicht.)

Danke auch noch mal Jasmin, Claudia und Liane für das Massageöl. Es ist aber nicht lustig, wenn man sich selber massieren muss. Also nehmt euch schon mal für das Little Sunshine Race 2010 nichts vor. Da muss eine von euch herhalten.

Tourtagebuch 14.07.09

Freitag, 17. Juli 2009

Servus miteinander.

Wie immer eine kurze Info für unsere Zahlenfreunde

  • Gesamtlänge: 84,9 km
  • Fahrzeit: 3:46 h
  • Aufstieg: 1830 m
  • Herzschläge. 33534

Vorab schon mal eine super Motivationshilfe.

Ich möchte mich auf diesem Weg schon mal bei Ulli G. bedanken. Durch seine sehr großzügige Spende, trägt er einen großen Teil zu unserem gemeinsamen Erfolg des Little Sunshine Race bei. Vielen Dank aus der Schweiz.

Rennradfahren ist eine Leidenschaft.

Genau das war das Motto der heutigen Strecke von Chur nach Andermatt.

Wie schon in den letzten Tagen hatte ich vorallem beim Frühstück Probleme mit dem Essen. Leider bekomme ich morgens nichts runter. Das heisst, ich muss mehr auf dem Rad essen. Gott sei Dank, hab ich Energieriegel und Gels die auch wirklich schmecken, das erleichtert`s schon extrem.

Nach langsamen Einrollen (500 m), ging es bereit nach 5 km schön bergauf und ab 20 km so richtig. (45 km stetiger Anstieg !!!). Je weiter ich Richtung Oberalppass kletterte, desto stärker wurde auch der Wind und die Qualen wurden mehr.

Doch klettern heisst, Schmerzen zu ertragen und seine Geist freizumachen.

Auf der ersten und zweiten Etappe habe ich schon gedacht, dass ich gelitten habe, aber das hier war etwas ganz anderes.

Ich habe noch nie vergleichbares erlebt. Dein ganzes Leben reduziert sich in diesen Momenten auf essentielle Dinge. Atmen und Treten. Selbst wenn in diesen Augenblick die Welt untergehen würde, du würdest Atmen und Treten. Du beginnst in deiner eigenen Welt zu leben. Du vergisst wer du bist, wieso du das tust, woher du kommst, wo du hinwillst.

Es beginnt die wirkliche Leidenschaft Radsport und es war ein unbeschreibliches Gefühl auf meinem ersten Alpenpass (2046 m über dem Meerespiegel).

Überraschend für mich war, dass ich keinerlei Probleme mit der Höhe hatte. Normalerweise heisst es ja, das die Luft dünner wird. Egal.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer Cola, hieß es Windjacke anziehen und Vollgas runter nach Andermatt.

Tja mit Vollgas wurde es nur teilweise was. Der starke Wind machte ein sicheres Abfahren sehr schwierig. Durch den Seitenwind musst ich den Lenker stark umklammern um nicht ständig von der Straße gefegt zu werden.

Einen heiklen Momentan gabs auch heute wieder. Mit knappen 70 km/h ging es in der Abfahrt durch einen Tunnel. Der sehr schmierige Straßenbelag wäre mir in einer Kurve fast zum Verhängniss geworden. Ich glaube bein den oben angegebenen Herschlägen fehlen gefühlte 10 Stück. Solange hatte ich glaube einen kurzen Herzstillstand.

Danach war alles nur noch reine Formsache.

>>> zur Galerie: Etappe 4

Tourtagebuch 13.07.09

Donnerstag, 16. Juli 2009

Grüzi aus der Schweiz.

Für die Statistiker unter euch:

  • Streckenlänge: 100,2 km
  • Fahrzeit: 3:32 Std.
  • Aufstieg: 695 Höhenmeter
  • Herzschläge: 29823

Heute war mein persönlicher 4-Länder-Tage. Die Strecke führte von Scheidegg nach Österreich, durch Liechtenstein bis in die Schweiz.

Nach einem kurzen Schauer frühmorgens kam die Sonne raus, und das nicht zu knapp. Für die Abfahrt nach Dornbirn noch mit der Windjacke unterwegs, wurde diese schnell überflüssig. Temperaturen über 30° Grad waren da schon mal drin.

Aber mit dem Thermometer stieg auch gleichzeitig die Stimmung. Österreich war schnell hinter mir und dann kam die Grenze zum Fürstentum Liechtenstein.

Der Zöllner an der Grenze hatte, nach einem kurzen Stirnrunzeln, ein Erbarmen und ließ mich ohne Kontrolle passieren. Ich hatte eh nichts dabei, dass hat er sicher auch gesehen.

Außer: Liechtenstein hat die Einfuhr von Energiegels beschränkt. Ich war mir aber keiner Schuld bewusst.

Gleich danach ging es in die Schweiz. Erst mal ein ganzes Stück hoch und dann hab ich es mal schön krachen lassen. Auf der Abfahrt war dann gleich mal 82 km/h drin. Eine kurze Schrecksekunde, in Form einer 90-Grad-Kurve, gab es dann auch gleich dazu. Da wurde es dann doch ein bisschen eng mit dem Bremsen. Aber alles easy. Keep on rolling.

Der Rest war eigentlich nur noch reinen Formsachen.

Aber, heute hieß es auch „Körner sparen“ denn morgen wird’s hammerhart. Nicht nur wegen den anstehenden Temperaturen von

über 30° C, sondern auch wegen dem ersten Anstieg über 2000 Metern.


Also schöne Grüße aus dem Schokoland.

>>> zur Galerie: Etappe 3

Lebenszeichen?

Mittwoch, 15. Juli 2009

Hallo an alle Mitleser,

Dieser Beitrag ist für alle, die sich schon Sorgen machen wo unser Ausnahmesportler abgeblieben ist und warum keine neuen Einträge folgen. Gleich vorweg: Alles ist gut, keine Zwischenfälle. So banal es klingen mag, aber in der Schweiz ist momentan kein Internet aufzutreiben. Ich möchte mich deshalb im Namen meines Bruders dafür entschuldigen, dass momentan das Tourtagebuch stockt und noch keine neuen Bilder verfügbar sind.

Man setzt nun die Hoffnung in das nächste Hotel. Morgen Abend werden wir es wissen.

Von meinem Bruder soll ich euch allen ein großes Dankeschön ausrichten und ich darf diesen Eintrag mit folgendem Zitat von ihm schließen:

"Jede Etappe macht mich nur noch stärker"

Die Galerie ist online

Sonntag, 12. Juli 2009

Hallo liebe Mitleser,

soeben wurde die Galerie freigeschaltet!

Sobald die Bilder der ersten beiden Etappen verfügbar sind, werden diese über die Galerieauswahl erreichbar sein. Zukünftig und auch rückwirkend werden die Etappen-Galerien über das jeweilige Tourtagebuch und den Etappenplan erreichbar sein.

>zur Galerieauswahl<

Und jetzt übergebe ich wieder an meinen Bruder.

Tourtagebuch 12.07.09

Sonntag, 12. Juli 2009

Hallo zusammen. 

Heute ist der erste Ruhetag. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich den verdient hab. 

Danke für eure ganzen Gästebucheinträge, SMS und e-Mails. Seit mir nicht böse, wenn ich nicht immer antworte.

So, bin zurück vom Mittagessen. Hausgemachte Ravioli mit frischer Morzarella-/Tomatenfüllung auf in Butter geschwenkten Spinat und Pinienkernen. Absolut empfehlenswerte Küche hier im Wellnesshotel Bergkristall. 

Danke auch nochmals für die wunderbare 55-Minuten-Massage.

Jetzt gehts erst mal Tour de France und Formel 1 kucken.

Bis dann.

Tourtagebuch 11.07.09

Sonntag, 12. Juli 2009

So der längste Abschnitt ist geschafft. Fürstenfeldbruck (Aich) bis Oberstaufen im Allgäu.

Für die Freunde der Statistik:

  • Streckenlänge: 154,4 km
  • Fahrzeit: 6:29 Std.
  • Aufstieg: 1469 m
  • Herzschläge: 55356

Konnte kaum etwas frühstücken. Grund war wahrscheinlich die Belastung des Vortages. Und das fehlende Essen sollte sich später noch rächen. 

Überraschend für mich war, dass ich trotz der ersten, harten Etappe eigentlich gute Beine hatte. Zusätzlich wurde ich beim Start durch Ivetta, Sabine und Heidi motiviert, was mich wirklich gefreut hat.

Und dieses Mal war gleich beim Start der Wind da. Na toll! Im Wissen, dass es die längste Etappe sein wird, war es nicht gerade motivierend. Auf der Stecke hab ich mich wirklich gut gefühlt und trotz des Windes war ich voller Zuversicht. Bis nach Oberbeuren war es super zu fahren dort trafen wir uns kurz mit Karin. Karin hatte die für uns, in limitierter Auflage angefertigten, Multi-Funktionstücher von Fuse dabei. Danke noch mal an Dr. Kapitza für die Unterstützung. Die Tücher sind einfach der Hammer und super zu tragen. Hab mir gleich mal eines geschnappt und das war gut so, es wurde nämlich Ar...kalt.

Nach Ottobeuren kam zum Wind noch der zweite natürliche Feind des Radfahrers. DIE BERGE.

Bis nach Kempten wars noch wirklich in Ordnung, doch dann kam der Hammer. Nach 135 km in den Beinen kam eine Anstieg von 3,5 km mit fast 420 Höhenmetern.(kleine Stiche mit 16%)

Erster Gedanke: Geht nicht. Hatte nur 39/25 Übersetzung gekettet.

Zweiter Gedanke: Quäl dich du Sau. Also Kette links und treten. Nach 1,5 Kilometer brannten Lunge+Beine aber irgendwie war kein Ende in Sicht. Die Sauerstoffschuld wird immer größer. Man hat das Gefühl, über Kreuz zu schaun. Du denkst wieder ans Absteigen und dann passiert es.

Du fühlst keinen Schmerz mehr. Du überschreitest eine Grenze, die du vorher nicht gekannt hast. Du wirst zu einer Art Junkie. Es war wirklich sehr faszinierent wie sich der Geist und der Körper unter Höchstleistungen verändert. Keiner aber auch wirklich Keiner, der so etwas noch nicht gemacht hat, kann das nachvollziehen. Das Gefühl ist wie eine Sucht. Alles andere wird nebensächlich.

Danach gings dann auch mal wieder Berg runter. Aber wie`s im Allgäu so ist kommt ein Berg-Abfahrt-Berg-Abfahrt usw.

Und während der ganzen Quälerei habe ich das wichtigste vergessen. Genügend zu essen und zu trinken. Die Strafe folgte nach 154,4 Kilometern, also 10 Kilometer vor Oberstaufen. Mit Krämpfen hieß es ab ins Auto. Das war schon ein bisschen deprimierend, aber es ging nicht mehr.

Das Hotel in Oberstaufen ist einfach nur der Hammer. (Danke an Helmut für die Empfehlung). Zimmer riesig. Personal super nett. Aussicht traumhaft.


Erkenntnis des Tages.

Die Grenze ist nur in deinem Kopf.

>>> zur Galerie: Etappe 2

Tourtagebuch 10.07.09

Sonntag, 12. Juli 2009

Hallo zusammen. 

Für alle die sich schon Sorgen gemacht haben, mir geht es gut. Ich hatte leider kein UMTS-Netz zur Verfügung um meinen Eintrag zu posten.

Kurz ein paar Infos zum ersten Abschnitt von Bogen nach FFB.

  • Streckenlänge: 144,4 km
  • Fahrzeit: 5:27 Std
  • Aufstieg: 620 m
  • Herzschläge: 49894

Es hat alles so schön begonnen. Nachdem ich von Bogen mit Sonnenschein gestartet bin, hat mich kurz nach Straubing der erste natürliche Feind des Radfahrers (extremer Wind) ziemlich gebremst.

Auch wenn ich mich mit Musik ablenken konnte, war es nicht nur körperlich sehr anstrengend. Vieles spielt sich, wie immer, im Kopf ab. Teilweise war es wirklich sehr deprimierend, weil man keinen einzige Sekunde zum Erholen hat. Ich stand ständig im Wind und genau da, wär ein oder zwei Mitfahrer wirklich ein Traum.

Ankunft im Hotel war dann gleich mal mit Radputzen verbunden. Hat ausgesehen wie .....

Kurz darauf gings dann zum Essen ins Parkcafe. Es war wirklich ein schöner Abend, weil ich viele wunderbare Menschen um mich gehabt habe. Und dann gabs gleich noch ein kleines Geschenk von meinen Technodata-Kollegen.

Ein Motivations sheet (lauter nackte Radlfahrerinnen) und einen "Letzte Hilfe Kasten"

Danke auch an Jasmin, Claudia und Liane für das Massageöl. (Heisst das jetzt ich muss das selber machen oder wie?)

Hab aber leider im Parkcafe nicht so lange durchgehalten wie ich wollte. Ich hoffe ihr verzeiht mir.

Danke für die Unterstützung

>>> zur Galerie: Etappe 1